Tutorial 1 - Furnierarbeiten
Furnieren ist das Verleimen von dünnem Holz auf Plattenmaterial, oder früher auf billigem Massivholz.
Es wird meistens gebraucht, um größere Flächen zu verschönern. Furnier wird stets gegen die Faserrichtung vom Trägermaterial geleimt, um ein Verziehen des Holzes zu vermeiden. Auch die Rückseite sollte mit Furnier belegt werden.
Furnier schneiden
Furnier wird mit einem scharfen Hobbymesser geschnitten. Als Anschlag dient ein Lineal aus Metall, das breit genug sein muss, damit es sich nicht verformt. Geschnitten wird mit der Holzrichtung. Gegen die Holzrichtung wird das Furnier mit Klebeband abgeklebt, um ein seitliches Ausreißen zu vermeiden. Zum Schneiden kann es auch etwas angefeuchtet werden, damit es sich beim schneiden gut flach drücken lässt. Auch ist es normal, das das Furnier wellig ist.
Zuschneide-Beispiele:
Zusammenfügen
Nach dem Schneiden wird das Furnier mit Fugenpapier oder normalem Klebeband aneinander gefügt. Dazu werden zwei Stück Furnier flach nebeneinander gelegt und das Klebeband über die Fuge geklebt. Um zu sehen ob die Fuge dicht ist, hält man es gegen das Licht.
Pressen mit dem Bügeleisen
Weißer Holzleim (PVAC-Leim) kann auch mit einem warmen Bügeleisen gepresst werden. PVAC-Leim ist ein thermoplastischer Leim, der - wenn man ihn erwärmt - wieder etwas flexibel wird. Zuerst werden die Rückseite des Furniers und das Plattenmaterial mit Leim bestrichen. Der Leim muss etwa ½ Stunde trocknen. Erst danach werden die Klebeflächen aufeinander gelegt und mit gleichmäßigem Druck des warmen Bügeleisens von innen nach außen verklebt. Durch das Erwärmen haftet der Leim stärker und trocknet schneller.
Pressen zwischen zwei Platten
Eigenbau
- Drückholz
- Pressplatten
- Papier
- Furnier
- zu furnierende Platten
Nach dem Pressen
Das Furnier bleibt eine Nacht in der Presse und muss danach noch mindestens einen Tag unbearbeitet liegen bleiben, damit die Restfeuchte vom Leim verdunsten kann. Danach kann das Klebeband vorsichtig entfernt werden. Auf keinen Fall dürfen die furnierten Platten in der Nähe von Heizungen trocknen. Das zu schnelle Verdunsten der Restfeuchte würde die Fugen einreissen lassen.
Das Schleifen
Benutzen Sie ein Schleifpapier, das keine groben Spuren hinterlässt. Hierzu am besten mit etwas gröberem Schleifpapier beginnen und danach mit feinem Papier fortfahren. Beim Schleifen nach Möglichkeit der Richtung der Holzfasern folgen.
Das Lackieren
Der Leim muss gut getrocknet sein, bevor mit dem Beizen oder Lackieren begonnen werden kann, ansonsten würden unschöne Flecken entstehen. Lieber mehrere dünne Lackschichten auftragen, als wenige dicke Lackschichten. Zwischen den Lackier- oder Beizgängen das Furnier stets gut trocknen lassen. Unebenheiten oder winzige hochstehende Holzfasern können mit feinem Schleifpapier zwischendurch geglättet werden.
Nachwort
Mit dieser Anleitung wollen wir Sie mit Furnierarbeiten etwas besser vertraut machen. Da wir keine Kontrolle über die Ausführung und Passgenauigkeit haben, übernehmen wir auch keine Gewähr.
Bei Fragen wenden sie sich bitte an Bibian’s Puppenhaus & Miniaturen:
Helmut & Angelique Miltkau
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